Geschichte - über Hallein
Kurzer geschichtlicher Überblick der Stadt Hallein und ein Stadtrundgang
Eine erste urkundliche Erwähnung eines Ortes findet sich 1198 als muelpach. Der Salzabbau am Dürrnberg ist jedoch
schon 1191 nachgewiesen (nach einer über 1000jährigen Unterbrechung). Zur Stadt wird Hallein bereits 1230 erhoben.
Der Name „Hallein“ kommt dann ab der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf.
1218 standen im Stadtgebiet neun Salzpfannen, die im 19. Jahrhundert mit Ausnahme des Colloredo-Sudhauses von
1798, abgetragen wurden. In den Jahren 1854 bis 1862 kam es zur Verlegung und Zusammenfassung aller noch bestehenden
Salinen auf die Pernerinsel. Hallein war auch Sitz eines Pflegegerichts, wie im Atlas Salisburgensis vom
Salzburger Kartografen Joseph Jakob Fürstaller (* 21. Jänner 1730 in Gerling bei Saalfelden, † 14. April 1775 in Bramberg,
Pinzgau, war Mesner, Lehrer und Geograf) angeführt wird.
Im ehemaligen Salinenverwaltungsgebäude (1654) befindet sich heute das Keltenmuseum Hallein, in dem seit 1970
Funde aus der Hallstatt- und La-Tène-Zeit aus den Gräberfeldern des Dürrnbergs sowie die Rekonstruktion eines
Fürstengrabs zu sehen sind.
Mit Beginn der Papiererzeugung in der Halleiner Papierfabrik (heute M-Real) 1891 begann auch das Zeitalter der Industrialisierung
in Hallein. Weitere Betriebe folgten und Halleiner wurde ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Heute ist
Hallein trotz des wirtschaftlichen Umbruchs Ende der 1990er Jahre eine regionales Wirtschafts- und Kulturzentrum
im Tennengau.
Kleiner Stadtspaziergang
Die als Ganzes unter Denkmalschutz stehende Halleiner Altstadt ist ein Kleinod mittelalterlicher Baukunst.
Geht man vom Parkplatz auf der Pernerinsel über die Fußgängerbrücke über die Salzach, gelangt man in die Altstadt.
Rechts geht es in die Colloredostraße zum Colloredo-Sudhaus, erbaut 1798 von Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo.
Ihm gegenüber steht das Bürgerspital mit Bürgerspitalskapelle. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich 1427.
Im Jahr 1708 wurde es dann zweistöckig ausgebaut, auch die Kapelle wurde erweitert. Der Turm kam erst 1798 hinzu.
Seit der Renovierung 2003 werden die Räume als Proberäume für Musikkapellen und als Konzertsaal verwendet.
Auf der linken Seite nach der Salzachtbrücke befindet sich das Keltenmuseum Hallein im ehemaligen Salinenverwaltungsgebäude.
Folgt man der Straße nach links, erreicht man den Pflegerplatz mit alten Bürgerhäusern, die von unten
nach oben verjüngende Wände aufweisen. Eine typische Bauweise entlang der Salzach bis ins oberösterreichische
Innviertel.
Vorbei am Stadtkino Hallein erreicht man die Stadtbrücke an der Sigmund-Thun-Straße. Diese Brücke bestand von
1900 bis 1966 als Eisenkonstruktion über die Salzach, heute ist sie eine moderne Verkehrsbrücke, die in die Fußgängerzone
führt, die es in Hallein seit 1991 gibt. Am Ende der Sigmund-Thun-Straße, vor der Stadtbrücke, stand bis
1857 das Gollinger- oder Fleischerbrückentor beim 1876 demolierten Kuffergassenhaus. In der Brückenmitte war von
1533 bis 1813 das Brückenmauttor und von 1398 bis 1830 gab es beiderseits der Salzach 16 Fleischerbänke.
Geht man stadteinwärts, erreicht man den Bayrhamerplatz, wo sich die Halleiner Fußgängerzone befindet. Dann geht
es durch den Unteren Markt in Richtung Schöndorfer Platz leicht bergauf. Am Beginn des Unteren Markts, Ecke
Bayrhamerplatz, stand einst das Sudhaus Raitenau. Geht man die Straße hinauf, findet sich etwas versteckt auf der
rechten Seite in einer Hausecke eine Gedenktafel an Gotthard Guggenmoos (er war der Gründer der Heilpädagogik).
Und nur wenige Meter weiter auf der linken Seite weist eine Tafel darauf hin, dass sich in diesem Gebäude von 1338
bis 1345 der Amtssitz des Erzstifts St. Peter befand.
Nun erreicht man den Schöndorfer Platz. Die ältesten Bürgerhäuser stammen aus dem 13. Jahrhundert. 2008 wurden
sieben renovierte Bürgerhäuser als Kolpinghaus Hallein eröffnet. Im Inneren dieser Gebäude sind Marmortreppen
und -säulen, spiegelverkehrt geschriebene Deckeninschriften und die so genannte "Altdeutsche Stube" zu finden
(nicht der Öffentlichkeit zugängig, ausgenommen bei Veranstaltungen). An diesem Platz befindet sich auch das Rathaus
Hallein.
Die Gassen werden enger und führen stetig den Berg hinauf in das Zentrum des Stille-Nacht-Bezirks, wo sich das
Halleiner Stille-Nacht-Museum im ehemaligen Wohnhaus des Komponisten Franz Xaver Gruber befindet.
Leider stürzte die erstmals 1206 erwähnte Stadtpfarrkirche 1945 bei einem Brand ein. Der prachtvolle romanische
Kirchturm wurde 1965 durch einen modernen ersetzt. Aber an den Außenwänden der Stadtpfarrkirche befinden sich
noch alte Marmorgrabtafeln. Umrundet man die Stadtpfarrkirche auf der Pfarrgasse, kommt man an der kleinen, aber
sehenswerten Peterskapelle vorbei. Die Altäre der erstmals im Jahr 1384 urkundlich erwähnte Kapelle sind aus Adneter
Marmor.
Nun hat man bald die obere Grenze der Altstadt erreicht und kann entweder weiter nach Bad Dürrnberg gehen oder
biegt nach links über einen kleinen Bach ab und folgt den Wegen, die einen wieder hinunter in die untere Altstadt führen.
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